Muttis Trüübeli-Chueche oder saftig-nussiger Ribisel-Kuchen

Trübelikuchen_Titelbild

Manchmal überkommt mich hier in Wien das Heimweh! Oder zumindest das kulinarische Heimweh. Es gelüstet mich nach Muttis Küche und ihren feinen, abertausende Male erprobten Kuchen.
Letztens, da musste ich sie einfach anrufen und sie nach dem Rezept meines Lieblingskuchens fragen. Großzügig wie Muttis so sind, darf ich euch heute IHR feinstes, von mir veganisiertes Trüübeli-Chueche Rezept verraten!

Trüübeli-Chueche! Schweizerdeutsch für Ribisel-Kuchen. Fragt mich nicht, ob das jetzt in Schweizerdeutsch richtig geschrieben ist, ich weiß nicht einmal, ob es eine Schweizerdeutsch Rechtschreibung gibt. Ich vermute mal nicht.

Ganz egal, es geht hier einzig und allein um meinen Lieblingskuchen. Und das meine ich ernst, so richtig. Ich liebe viele Kuchen, aber diesen, ja diesen Kuchen liebe ich so abgöttisch, ich könnte das ganze Ding auf einmal verspeisen.
Dieser Kuchen ist einfach so saftig und ergänzt sich so wunderbar durch den etwas knusprigen Mürbeteig. Die Ribiseln schmecken darin wirklich himmlisch, denn sie sind in einem Teig aus Nüssen, Zucker und Kichererbsenschnee (bei Mutti halt Eischnee) eingebettet.



Das schönste an dieser Kuchengeschichte ist wohl die Erinnerung an jene Momente, in denen ich als Kind ein Stück dieses Superkuchens zum Frühstück verspeisen durfte! Es war nämlich so, dass Mutti früher Abendkurse geleitet hat, wo sie mit anderen Frauen zusammen „g´laubsägälät“ (sagen wir mal basteln mit Holz dazu!) hat. Und da gab es natürlich in der Pause für die Damen Kaffee und Kuchen. Mein Bruder und ich hofften am Abend insgeheim immer, dass die Frauen nicht allen Kuchen aufessen, sodass wir dann in der Früh noch ein Stückchen zum Frühstück ergattern konnten.

Ach, einfach schön (und saugut) wars!



 

Rezept für eine Springform à 18 cm

Für den Mürbeteig

  • 150 g Weizenmehl
  • 80 g Zucker
  • 1 TL echten Vanillezucker
  • 1 Pr Salz
  • 120 g Alsan
  • 3 EL Zitronensaft

Für die Trüübeli-Füllung

  • 75 ml Kichererbsenwasser
  • ½ TL Johannisbrotkernmehl
  • 50 g gemahlene Haselnüsse
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 50 g Zucker
  • 200 g Trüübeli (Ribiseln)

 

Und so geht´s:

Für den Mürbeteig alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit den Händen zu einem Teig zusammenkneten. Den Teig in eine gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Springform drücken und dabei einen ca 3.cm hohen Rand machen. Kühl stellen.

 Den Backofen auf 170°C Umluft vorheizen.

 Für die Füllung das Kichererbsenwasser mit dem Johannisbrotkernmehl mit dem Mixer aufschlagen, bis es so steif wie herkömmliches Eiweiß ist. (Das kann gute 5 Minuten dauern.)

Die Ribiseln waschen und von den Stängeln abzupfen. Anschließend die gemahlenen Nüsse und den Zucker in einer Schüssel vermischen und den falschen Eischnee abwechselnd mit den Ribiseln unter die Nüsse heben. Alles nur so lange vermengen, bis keine weißen Schlieren mehr zu sehen sind.

Den Kuchen nun für ca. 50 Minuten backen. Dabei ist es wichtig, die Backofentür nicht zu öffnen.

Wenn der Kuchen fertig ist, die Backofentür einen Spalt öffnen und den Kuchen so auskühlen lassen. So vermeidet ihr, dass der Kuchen in sich zusammenfällt. (Bei mir ist er leider auch ein wenig eingefallen, aber Fräulein lernt ja nie aus!)

Gutes Gelingen,
eure SCHNITTE

 



 

2 thoughts on “Muttis Trüübeli-Chueche oder saftig-nussiger Ribisel-Kuchen

  1. Hallöchen! 😀
    Ich bin zufällig über auf deinen Blog gestoßen, weil ich Rezepte mit Aquafaba gesucht hab. Er gefällt mir übrigens sehr gut, also werd ich in Zukunft sicher öfters mal vorbeischauen! 😉
    Der Kuchen schaut voll lecker aus, den muss ich umbedingt mal machen! Hab eh noch Riebisel aus dem Garten eingefroren..

    Ich hätte allerdings noch eine Frage bzgl. backen mit Aquafaba. Und zwar hält der „Eischee“ ja angeblich Temperaturen über 120° nicht stand, hab ich gelesen. Ist das in dem Rührteig egal? Also ist dir diesbezgl. nichts aufgefallen, ist der Kuchen genau so geworden, wie er in der Ursprungsversion mit Ei war. Von der Konsistenz her und so?

    Sorry, dass ich dir hier mit Fragen bombardiere ^^° hab im Netz bis jetzt noch keine Antwort drauf gefunden, und dachte mir du kannst mit vllt helfen.

    Lg aus Linz,
    Liesl ^^

    1. Liebe Liesl,
      herzlichen Dank für deinen lieben Kommentar :)
      Auf deine Fragen bzgl. des Aquafaba kann ich dir folgende Antwort geben: Meine Erfahrung ist, dass Aquafaba in Backwaren während des Backens nicht wie echter Eischnee „trockener“ wird, sondern er bleibt/wird relativ feucht/flüssig. Bei diesem Kuchen habe ich weniger Aquafaba verwendet als eigentlich Eischnee reinkommen würde. Die Masse ist dennoch sehr saftig und wirklich feucht.
      Ob das Backen mit Aquafaba generell funktioniert bzw. sich Eischnee eins zu eins in allen Backwaren durch Aquafaba ersetzen lässt, wage ich zu bezweifeln. Das wäre auch zu schön um wahr zu sein 😉
      Vielleicht findest du auf dieser Seite noch mehr brauchbare Informationen: http://www.kochtrotz.de/2015/03/20/vegane-eischnee-alternative-mit-kichererbsenwasser-baiser-merengue-macarons/

      Ich hoffe ich konnte dir wenigstens ansatzweise weiterhelfen!
      Alles liebe Dir,
      Simone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*