klein aber oho: vegane Mandorlini

Mandorlini_Titelbild

Letztes besuchte ich wieder einmal den Fahrradhändler meines Vertrauens und Herzens, denn dort ist´s immer so heimelig!
Normalerweise bin immer ich diejenige, die etwas Süßes aus dem Rucksack zaubert. Aber an diesem besagten Tag drehte die Welt mal anders rum…

Als ich in den Laden reinkam, empfingen mich die beiden Besitzer des Ladens wieder einmal mit offenen Armen. Ich mag es, die paar Stufen nach unten zu gehen und den Geruch von Öl und anderen schmierigen Produkten einzuatmen. Der Geruch verrät, dass dort gearbeitet und geschwitzt wird und dass die Hände am Abend richtig schmutzig sind. Mit den Händen zu arbeiten und am Ende des Tages ein Produkt erschaffen zu haben, das finde ich absolut toll! Da haben die Arbeit mit Fahrrädern und meine Backerei so einiges gemein!
Dies ist auch mitunter ein Grund, weshalb mich dieser Ort auch immer wieder so sehr anzieht. Aber natürlich auch, weil ich mich dort sehr, sehr willkommen fühle.

Wie einige von euch bereits wissen, komme ich ursprünglich vom Land oder besser gesagt aus einem größeren Dorf, wo man sich aber noch kennt und sich gegenseitig auf der Straße grüßt.
Als ich vor ein paar Jahren nach Wien kam, musste ich mir dieses „Grüezi“ auf der Straße erst einmal abgewöhnen. Hier ist es nicht üblich, dass man einen entgegenkommenden Menschen grüßt. Verständlich, bei der großen Anzahl an Menschen, die einen tagtäglich begegnen. Und dennoch eine nette und freundliche Geste, die wegfällt.

Was ich damit sagen wollte: Es sind kleine, gewohnte Dinge, die in der Großstadt wegfallen, wie z.B. eben das Grüßen oder „dass man sich kennt“. Die Anonymität ist groß und es dauerte bei mir eine ganze Weile, bis ich mir mein kleines, feines, bekanntes Umfeld erobert hatte.
Und dieser Fahrradladen ist ein wichtiger Teil davon, denn hier „kennt man sich“. Ich genieße das so sehr, dass hier die Gespräche über das gewöhnliche „Heute ist aber schönes Wetter!“ hinausgehen. Dieser Ort ist für mich ein kleines, aber wertvolles Stück Intimität und Zuhause in der Großstadt geworden.

Aber jetzt zur süßen Story: Wie bereits gesagt, normalerweise zaubere immer ich die Naschereien aus meinem Rucksack hervor. Aber an diesem Tag streckte mir einer der Ladenbesitzer ein kleines Packerl mit einem Keks hin. Mir war bewusst, dass dieser Keks mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vegan ist, aber abzulehnen fand ich irgendwie unhöflich und sowieso, ich hatte Riesengusto auf etwas süßes.

Ich hielt den walnussgroßen Keks in der Hand, roch an ihm und er duftete so herrlich nach Bittermandel. Ich liebe Bittermandel und Marzipan sowieso! Mir lief so richtig das Wasser im Mund zusammen und ich verschlang den Keks in null-komma-nix.
Wow, das war wirklich mit Abstand der beste Keks, den ich jemals gegessen hatte. Er war außen so ein bisschen knusprig und innen so weich und saftig und hatte eifach einen perfekten Biss.
Es gab nur einen Grund, weshalb ich dem Besitzer nicht gleich die ganze Packung aus der Hand gerissen habe: Die Kekse waren nicht vegan.

Später las ich auf der Packung, dass diese Kekse „Mandorlini“ heißen und ursprünglich aus Italien kommen. Für mich war klar, ich musste einen Weg finden, diese Knusperdinger zu veganisieren, denn sie waren einfach viel zu gut um sie zu vergessen.

Ich setzte mich also an meinen Küchentisch recherchierte im Internet nach diesen Keksen. Und dabei stieß ich auf den hübschen Blog GOOD STUFF by Anne und ein Mandorlini-Rezept von ihr, das sich für mich sehr plausibel anhörte und dessen dazugehöriges Foto wirklich sehr ansprechend aussah. Ein Problem gab es natürlich; Das Rezept war nicht vegan, da es zwei Eiweiße benötigte.

Getreu dem Motto „Es gibt nichts gutes außer man tut es!“ holte ich die Küchenwaage und meine Schüsseln hervor und probierte das Rezept aus. Dabei ersetzte ich die beiden Eiweiße einfach durch Sojacuisine und es hat auf Anhieb geklappt.

Wer diese veganen Mandorlini nicht ausprobiert, ist selbst Schuld!

 
Hier also das vegane Mandorlini-Rezept für euch:


Rezept für ca. 15 Stück

  • 100 g Puderzucker
  • 75 g brauner Rohrzucker
  • 150 g Mandeln, geschält und gemahlen
  • 25 g Mehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 200 g Marzipanrohmasse
  • 40g Sojacuisine
  • 3 EL Amaretto
  • 100 g Mandelblättchen
  • 50 g Staubzucker zum Bestäuben

 

Und so geht´s:

Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.

Staubzucker, brauner Zucker, Mandeln, Mehl und Backpulver in einer Schüssel vermischen. Die Marzipanrohmasse in kleine Stückchen reißen oder schneiden und gemeinsam mit der Sojacuisine und dem Amaretto zu den trockenen Zutaten geben. Nun alles gut mit den Knethacken des Mixers durchrühren.
Der Teig soll klebrig, aber in den Händen formbar sein. Also bei Bedarf etwas mehr Sojacuisine bzw. Mehl hinzufügen.

Die Mandelblättchen in ein Schälchen geben. Aus der Mandelmasse nun walnussgroße Kugeln formen. Das funktioniert am besten, wenn man sich vorher die Hände etwas nass macht. (So bleibt nämlich der Teig nicht so fest an den Händen kleben und die Mandelblättchen halten durch die Feuchtigkeit besser am Teig.) Die Kugeln anschließend in den Mandelblättchen wälzen und mit etwas Abstand zur nächsten Teigkugel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen.

 Ab in den Ofen für ca. 12 Minuten.

Die fertigen Mandorlini aus dem Ofen nehmen und noch heiß mit dem Staubzucker bestäuben. Die Mandorlini komplett auskühlen lassen, denn erst dann werden sie fest und können vom Backblech heruntergenommen und verschlemmt werden!



2 thoughts on “klein aber oho: vegane Mandorlini

  1. Klein, süß und OHOoo…
    Außen knusprig-tough, innen weich und zart.
    So träum ich in meiner Vorstellung, nicht nur von den Mandorlini, dahin und schlafe e.. zzzzzzhhhhhh 😉

  2. Wow die sehen einfach fantastisch aus <3 Den Text hast du auch wunderschön geschrieben! Es ist schön solche Plätze zu haben und liebe Menschen zu kennen! Liebe Grüße!

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