Das war unsere Veganmania 2015

Veganmania
Veganmania

Wow! Ich bin wirklich ein wenig platt. Und zwar nicht nur ein wenig, sondern platt auf mehrere Art und Weise: Erstens habe ich eine ganz liebe, neue Freundin und Backpartnerin, die Brigitte von der B.B´s Bakery gewonnen, zweitens hat sich der ganze Aufwand mehr als gelohnt und drittens habe ich wieder einmal gemerkt, wie sehr ich das süße Bäckerinnenleben liebe und es nicht mehr missen möchte!Welche Freuden und mittelgroßen Dramen sich hinter den Kulissen unseres entzückenden Kuchenstandls auf der Veganmania 2015 in Wien noch abgespielt haben, gibt’s hier zum nachlesen…

Dass Brigitte und ich gemeinsam ein Standl auf der Veganmania ergatterten konnten war allein ihr Verdienst. Für mich war immer klar, dass die Veganmania zwar ein tolles Pflaster für Kuchen, Kekse & Co. ist, aber für mich alleine als One-Woman-Show wäre das unmöglich alleine machbar gewesen.
Anfang dieses Jahres kontaktierte mich Brigitte mit ihrem Herzenswunsch. Sie würde so gerne ein kleines, feines Standl auf der Veganmania haben, aber sie alleine würde die ganze Arbeit nicht stemmen können. Zwei Jahre zuvor war sie bereits einmal auf der Veganmania vertreten, sie wusste also schon Bescheid, wie der Hase läuft, was es zu beachten galt und wie groß der Aufwand in etwa sein würde.
Ich war sofort begeistert von diesem Gedanken. Endlich mal ein richtig fettes Kuchenstandl mit ordentlich Publikum! Nach einem Handshake war das Ganze besiegelt und wir konnten bereits mit den Vorbereitungen beginnen.

Es gab wirklich viel zu bedenken und viel zu organisieren. Brigitte übernahm die ganze sehr mühselige Anmeldung und den gesamten formalen Krimskrams. Der Emailverkehr zwischen den VeranstalterInnen und uns war langwierig und oft nervenaufreibend. Die Hiobsbotschaft traf uns also prompt, als wir erfuhren, dass es heuer nur noch möglich war, entweder für zwei oder für vier Tage einen Stand zu mieten. Für uns eine kleine (finanzielle) Katastrophe, da wir nicht genügend Kapazitäten haben, um genügend Naschereien für zwei Tage zu backen. Nach einiger Zeit der Ratlosigkeit überlegten wir, noch jemanden mit ins Boot zu holen. Sonja, von der Easy Going Bakery schien uns die perfekte Partnerin für unser Unternehmen! Sie war sofort begeistert und wir total erleichtert und happy! Erste Hürde: Check!

Danach ging es an die Planung dessen, was wir überhaupt an Naschereien anbieten wollen. Sowohl Brigitte als auch ich suchten unsere Toprezepte raus und erstellten ein Ranking. Die Naschereien sollten einerseits gut transportierbar sein, andererseits hübsch ausschauen, natürlich gut schmecken, über Nacht frisch bleiben und das Aufwand-Ertrag-Verhältnis sollte stimmen. Gar nicht so einfach, wie wir bald merkten. Und zusätzlich wollten wir eine möglichst große Auswahl präsentieren, um wirklich für jeden „Sweet tooth“ etwas dabei zu haben! Auch gluten- und sojafreie Variationen haben wir uns überlegt.
Es war wirklich schön, in den eigenen Rezeptgalerien zu kramen und die eigenen Favoriten auf die Backliste setzen zu können. Brigitte und ich haben einen ähnlichen Geschmack, sodass wir uns in null-komma-nix einig wurden!

 Was schlussendlich alles auf unserer deliziösen Naschkarte zusammenkam, seht ihr hier:

 


 


Die Backliste war also fix. Jede von uns beiden wusste nun, was sie zu tun hatte. Und dies hieß allem voran einkaufen zu gehen! Ein Wahnsinn, was wir alles an Zutaten nach Hause geschleppt haben. Alleine ich verbackte für die Veganmania über 6 kg Mehl, 7 Liter Pflanzenmilch, 5 kg Zucker und ca 2,5 kg Pflanzenbutter. Dies mit Fahrrad und Rucksack nach Hause zu transportieren war eine Heidenarbeit, aber auch ein Riesenspaß, denn wann kommt es schon mal vor, dass Fräulein so große Mengen an Süßigkeiten nach Herzenslust backen kann!
Neben Mehl, Pflanzenmilch & Co. gabs natürlich noch viele andere Zutaten zu besorgen. Gemahlene Mandeln, viele verschiedene frische Früchte, Mohn, Schokolade u.v.m. Es türmten sich die Zutaten in meinem Vorzimmer, was für eine Riesenfreude! Ich konnte es schon kaum erwarten, endlich loszulegen und die ganzen Mehl- und Zuckerpackerl aufzureißen! Ich hoffte wirklich sehr, nichts vergessen zu haben, denn der geplante Backtag war ein Feiertag – also alle Geschäfte waren geschlossen.

 Bevor es aber zum Backen kam, standen noch einige To-Do´s auf meiner Liste. Blöderweise (oder glücklicherweise?) sind mir gerade kurz vor diesem Event meine Visitenkarten ausgegangen. Eine solche Veranstaltung ohne Visitenkarten? – No way!
Und dazu kam auch noch, dass auf meinen alten Visitenkarten die Adresse meiner neuen Website gar nicht drauf stand. Dies war ganz klar ein Fall für Dr. D.B.! Herr B. weiß immer Rat in solchen Angelegenheiten!
Und jetzt kommt´s: Ich durfte die ganze Visitenkarten-Sache einfach in seine Hände legen. Er hat die Adresse der neuen Website hinzugefügt, alles nochmals ein wenig ausgebessert und mir die druckfertige Datei zukommen lassen. Ein Herzensdienst eines Superfreundes, ich war überglücklich und sehr erleichtert!

 Wo ein Hoch ist, ist das Tief nicht weit, oder wie sagt man? Vurst, auf jeden Fall ließ sich die Druckfirma sehr viel Zeit mit dem Druck und dem Versand meiner Visitenkarten, sodass ich schlussendlich ordentlich bibbern musste, ob meine hübschen Kartln es noch rechtzeitig zu mir schaffen. Da ich untertags einer anderen Hauptbeschäftigung als dem Backen nachgehe, bin ich selten bis nie Zuhause, wenn der/die PostbotIn vor der Tür steht. Ich hatte den Post-Menschen bereits am Vortag verpasst, heute musste es einfach klappen, ansonsten würde ich auf der Veganmania ohne meine druckfrischen Lieblinge dastehen!
Aber alles wird gut, und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende – wie Oscar Wilde einst sagte! Und so kam es auch. Meine liebe Nachbarin erspähte während meiner Abwesenheit den herannahenden Postboten und empfing für mich das so sehnsüchtig erwarte Packet. Als sie es am Abend zu mir rüber brachte, habe ich mich riesig gefreut und riss natürlich sofort das Packet auf. Sie sind wirklich hübsch geworden, diese kleinen, feinen und schnittigen Visitenkartln. Der Tag war sowas von gerettet!
Hürde Nr. 2: Check!

 Dann ging es endlich los! Ich besorgte noch kurz ein paar Backformen und Tortenplatten und der besagte Backtag konnte kommen! Der Ofen glühte den ganzen Donnerstag hindurch und der süße Kuchenduft zog um die Häuser! Die Kuchen, Törtchen und Schnitten stapelten sich und der Turm wollte kein Ende nehmen! Wir waren am Vorabend der Veganmania selbst erstaunt und stolz wie Bolle , wie viel wir gemeinsam geschafft hatten und wie schön unsere Naschereien geworden sind.

Spät abends portionierte ich noch die ganzen Kuchen. Ich schnitt sie alle in möglichst gleich große Stücke und drapierte sie vorsichtig in den Transportkisten. Und dabei traf mich wirklich fast der Schlag. Mein allerliebster Rhabarberstreuselkuchen war wie ein Stein geworden. Er war überhaupt nicht wie sonst immer. Nein, er schaute total „ungebacken“ aus, obwohl ich ihn superlange im Ofen gelassen hatte. Ich konnte es mir nicht erklären, schließlich war das Rezept mindestens 10-fach erprobt. Hatte ich vielleicht in der ganzen Aufregung das Backpulver vergessen?
Der Kuchen war auf jeden Fall nicht verkaufbar. Ich war mit den Nerven ziemlich am Ende. Muss das sein, dass so kurz vor der Zielgeraden so etwas noch schief geht? Immerhin waren das 30 Kuchenstücke, die nun wegfielen. Wirklich ärgerlich!

Aber so schnell gibt eine SCHNITTE nicht auf! Ich heizte dem Backofen nochmals ordentlich ein und versuchte es nochmal. Ohne das Ergebnis zu kennen legte ich mich „schlafen“ und wartete gespannt aber zuversichtlich auf unseren großen Tag!
In aller Früh schnitt ich den neuen Rhabarberstreuselkuchen an und ich erblickte dasselbe Ergebnis wie am Tag zuvor. Der Teig war wieder schrecklich fest und wieder irgendwie ungebacken. Ich dachte ich falle gleich in Ohnmacht. Das gibt es doch nicht! Wie konnte das sein. Ich hatte mich genau an das Rezept gehalten…
Zum Glück gibt es Freunde wie E., die einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen: Es ist „nur“ ein Kuchen. E. hatte schon recht, und es war wirklich das Beste, was er in diesem Moment sagen konnte. Danke an dieser Stelle E., deine Anwesenheit war wirklich Gold wert!

Ja… Es war „nur“ ein Kuchen, aber es war in Wirklichkeit mehr als nur ein Kuchen. Es war ein Stück meines Backkönnens, an dem ich echt zweifelte. Ich konnte nicht einmal mehr einen superleichten Streuselkuchen backen. Das nagte sehr an mir, und das an unserem großen Tag. Es half alles nix – The show must go on – und so tuckerten E. und ich wie auf rohen Eiern mit all den Naschereien zum Museumsquartier.
Brigitte und ich begutachteten anschließend das Plätzchen, wo unser Standl schlussendlich stehen sollte. Außer ein paar Zigarettenstummeln und Müll war nichts da. Super, dachten wir uns, das fängt ja schon mal gut an. Aber wie heißt es so schön?! Selbst sind die Frauen, also haben wir zusammen geschleppt, aufgebaut, rumgeräumt und geschwitzt, was das Zeug hielt. Herausgekommen ist ein wunderhübsches Standl in einem supersüßen, rosa Look mit unglaublich hübschen Naschereien.
Und noch bevor wir überhaupt all unsere Naschereien auf Tortentellern, -platten und Etageren her drapiert hatten, stürmten schon die ersten BesucherInnen zu unserem Standl. Es war einfach wunderschön zu sehen, dass unsere mit liebe gebackenen Kuchen, Torten, Desserts, Hefeteilchen u.v.m. so gut ankamen.

Alles in allem war das ein sehr aufregendes, erfolgreiches und tolles Erlebnis und ich hoffe auf viele weitere gemeinsame Backauftritte mit der besten Backpartnerin! Danke Brigitte, auf dich ist sowas von Verlass, wir waren ein super Team!

 An dieser Stelle bedanke ich mich natürlich auch noch ganz herzlich bei allen NaschmäulerInnen, die unser Standl bis auf den letzten Krümel leergefegt haben! DANKE!

PS: Die Rhabarberstreuselkuchen-Failure ist für mich noch nicht gegessen. Im Gegenteil, ich erobere mir meine Streuselkuchenbackehre bald wieder zurück! So schnell gebe ich mich nicht geschlagen, liebster Streuselkuchen! Man sieht sich immer zweimal im Leben (;

Eure SCHNITTE

 


2 thoughts on “Das war unsere Veganmania 2015

  1. Ihr Lieben.
    Ihr seid wirklich herzig zusammen. Leider war ich zu jener Zeit unterwegs und hatte keine Chance auf euren süßen Himmel auf Erden. Doch ich freu mich für euch, dass eure Mühen in Glücklichkeit mündeten. Ich hoffe eure Freundschaft bringt noch ganz oft solche Schätze hervor, die ich auch genießen darf.
    Und du, Simone, siehst, so in deinem Element, ganz hinreißend aus. Ich merke beim Lesen deiner Zeilen und betrachten der Bilder, dass die Erinnerung an deine Kuchen, Kekse, Törtli, Tartes, Tartelettes und SCHNITTEn ein wenig verblasst ist, da wir uns laaaange nicht mehr gesehen haben. Ich glaube ich habe Entzugserscheinungen.
    Ich wünsche euch beiden viel Glück, Freude und gutes Gelingen für die neuen Herausforderungen. und wenns „nur“ ein Streuselkuchen ist.
    Alles Liebe,
    BaBa

  2. Liebste Simone,
    Streuselkuchen hin oder her, ich war von Anfang an begeistert von Deiner Back-Leidenschaft und -Kunst und bin es nach unserem ersten gemeinsamen Auftritt noch ein Stück mehr. Es ist einfach nur schön, dass sich unsere Wege gekreuzt haben und von mir aus können wir gleich morgen wieder durchstarten ;-). Feste Umarmung und alles Liebe!
    Brigitte

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